Das frühe christliche Mönchtum suchte die Nachfolge Christi durch Weltabkehr und strenge Askese und sah sich in seinen asketischen Bemühungen in der Tradition der Märtyrer.
Athanasius (um 300–373), der Bischof von Alexandria, beschrieb in der von ihm verfassten Vita Antonii das Leben des Heiligen Antonius (um 250 - 356), des ersten christlichen Mönchs. Antonius ging als junger Mann in die Einsamkeit der ägyptischen Wüste, um als Anachoret ein strenges asketisches Leben zu führen. Wüste wurde als Aufenthaltsort von Dämonen angesehen und stand damit neben den erschwerten Lebensbedingungen auch für ein hartes geistliches Ringen (vgl. Darstellung des Antonius auf der Bildtafel des Isenheimer Altars). Athanasius berichtet allerdings, dass sich Antonius vorher Rat geholt hat bei bereits asketisch lebenden Männern und von ihnen verschiedene asketische Techniken erlernt hat, was bedeutet, dass es, wie oben beschrieben, bereits eine verbreitete asketische Tradition im Christentum gab. Bereits um 305 sammelten sich um Antonius Nachahmer, die seine Lebensweise als Vorbild sahen, und bildeten so erste Mönchsgemeinschaften. Auf Antonius wird auch die mönchische Lebensweise des ora et labora, des Wechsels zwischen Meditation und Arbeit, zurückgeführt.
Diese Mönchsgemeinschaften bildeten die Vorstufe für die um 320/25 von Pachomios (um 292/94 - 346) in Oberägypten gegründeten ersten christlichen Klöster, wo viele Mönche hinter abgeschlossenen Klostermauern (lat. Klausur) ein gemeinsames - koinobitisches - Leben führten. Das Koinobion wurde von einem Abbas (Abt) genannten Vorsteher geführt und richtete sich nach gemeinsamen Regeln. Pachomios ist somit auch der Verfasser der ersten Klosterregel des christlichen Mönchtums, der so genannten Engelsregel. Seine Schwester war übrigens etwa zeitgleich die erste Leiterin einer weiblichen Klostergemeinschaft.
Es gibt bei Johannes Cassianus (um 360 - 435) Berichte über andere Lebensweisen im frühen christlichen Mönchtum, zum Beispiel über die Sarabaiten genannten Mönche, die in kleinen Gruppen gemeinsam ohne vorgesetzten Abt in Dörfern oder Städten wohnten und ihrem Broterwerb nachgingen, ohne auf ihr Einkommen zu verzichten. Cassianus berichtete auch von Wandermönchen, die sich nicht an eine Einsiedelei oder an ein Kloster banden, sondern in der Heimatlosigkeit ihr Heil suchten. Die Popularität des ägyptischen Mönchtums erleichterte die Weiterverbreitung nach Palästina, Syrien, Kleinasien, unter anderem durch Hieronymus, der später selbst ein großer Förderer des christlichen Mönchtums und besonders auch des Nonnentums wurde. Spätere Auswüchse des Mönchtums waren beispielsweise in Syrien die Säulenheiligen mit ihrem berühmtesten Vertreter Symeon Stylites, die sich in sehr ungewöhnlichen Formen der Askese hervortaten.
Einer der bedeutendsten Vertreter und der Begründer einer Klosterregel für das östliche (orthodoxe) Mönchtum ist Basilius von Caesarea (um 330 - 379). Seine Kombination von Askese und Studium, wie er sie in seinen "ὅροι κατὰ πλάτος" und anderen Schriften beschreibt, bestimmt bis in die Gegenwart das Klosterleben der Ostkirche und hat auch Benedikt von Nursia und damit viele Orden des Westens beeinflusst. In der Anfangszeit des westlichen Klosterlebens spielten Augustinus von Hippo, Martin von Tours, Hilarius von Lerinus, Johannes Cassianus und später die irischen Wandermönche eine besondere Rolle.
In seiner Schrift De moribus ecctesiae catholicae hat Augustinus zusammengefasst, worauf es ihm im Mönchsleben ankommt:
Die Bedeutung von monachus möchte Augustinus genau erklären, indem er den griechischen Begriff untersucht:
Der Mönch ist Bruder unter Brüdern, mit denen er eine Seelen- und Herzensgemeinschaft bildet. Durch dieses Band besonderer Einheit kommt dem Mönchtum in der Auseinandersetzung mit den Donatisten eine besondere ekklesiologische Bedeutung zu. Augustinus muss zwar eingestehen, dass es auch falsche Mönche gibt, die die Einheit zwar mit dem Mund bekennen, ihrem Herzen nach aber nicht einmütig sind. Doch die gottgeweihte Gemeinschaft der Brüder ist an diesen Menschen nicht zerbrochen. Ihre Eintracht hält allen Belastungsproben stand und kann deswegen als Symbol für die Einheit der Kirche gelten.
In vielen seiner Briefe und Predigten lässt Augustinus durchblicken, dass ihm die seelsorgliche Tätigkeit oft zur Last wird. Viel lieber hätte er sich in einem von der Welt abgeschiedenen Kloster der Ruhe und Kontemplation hingegeben.
In einer Predigt, die er am Jahrestag seiner Bischofsweihe gehalten hat, bekennt er:
Quelle: König, Dorothee: Amt und Askese. Priesteramt und Mönchtum bei den lat. Kirchenvätern in vorbenediktinischer Zeit. St. Ottilien 1985.
Mittelalter und Neuzeit
Seit dem frühen Mittelalter ist das Mönchtum des Abendlandes von der Regel des Benedikt von Nursia (Regula Benedicti) geprägt. Die benediktinischen Gelübde – Stabilitas loci (Ortsbeständigkeit), Conversio morum (Bekehrung der Sitten, tägliche Umkehr) und Gehorsam – schließen sinngemäß die Beachtung der Evangelischen Räte (Ehelosigkeit, Armut, Gehorsam) ein. Weiterhin gibt Benedikt in seiner Regel Anweisungen für ein geordnetes religiöses Leben in Gemeinschaft und einen zweckdienlichen Tagesablauf. Für eine Rückbesinnung auf die Einhaltung der Regeln und die geistlichen Ziele sorgten die Zisterzienser und die Cluniazensische Reform. Im hohen Mittelalter gaben Franz von Assisi und der heilige Dominikus durch die Gründung von Bettel- und Predigerorden dem Mönchtum neue Impulse, die bis heute ein reiches Ordensleben begründen. Heutzutage unterliegt das katholische Mönchtum − wie alle Institute des geweihten Lebens − zusätzlich zur jeweiligen Ordensregel auch kirchenrechtlichen Bestimmungen.
Im östlichen christlich-orthodoxen Mönchtum spiegelt die Gründung der Klosterrepublik Athos in Nordgriechenland im 9. Jahrhundert die große Bedeutung, die das Mönchtum im byzantinischen Reich genoss, wider. Hier und in den orientalischen Klöstern, u. a. im Katharinenkloster auf dem Berg Sinai oder dem Antoniuskloster in Ägypten, hat sich die orthodoxe Klosterkultur über die Jahrhunderte der Islamisierung hinaus erhalten.
Ein Kloster ist ein Wohngebäude mit weiten Bauwerken, in denen Menschen, also in der Regel Mönche oder Nonnen, gemeinsam leben und gemeinsam ihre Religion verwirklichen.
Der Begriff Kloster leitet sich von dem lateinischen Wort "claustrum" ab. Die Übersetzung lautet "verschlossener Ort". Zunächst wurde mit claustrum nur dem Kreuzgang, der für Klöster aus der westichen Welt typisch ist, ein Name gegeben.. Später wurde dann im deutschsprachigen und niederländischem Raum das gesamte Klostergebäude Kloster genannt.
Hier eine Auflistung der Übersetzungen des Wortes Kloster in anderen Sprachen:
Monastisch - so heißt im Christentum das Klosterleben. Der Begriff stammt von dem lateinischen Wort "monachus", was Mönch bedeutet. Aus dem hiermit verwandten lateinischen Wort "monasterium" leiten sich auch gleichbedeutdende Bezeichnungen für "Kloster" in anderen Sprachen ab:
monastery (englisch)
monastère (französisch)
monasterio (spanisch)
Münster (deutsch - althochdeutsch: munsri oder munistri).
Man kann den Begriff Kloster aber auch aus dem griechischen ableiten: monasterion. Die Wurzeln liegen hier: "monos" bedeutet "allein" und "-terion" bezeichnet einen Ort, an dem man Dinge verrichtet. Ursprünglich waren alle christlichen Mönche Heremiten, also Einsiedler.
In Palästina und Ägypten entstanden im 4. Jahrhundert die ersten christlichen Köster. Sie entwickelten sich aus Einsiedlerkolonien.
Das Kloster Marmoutier an der Loire und die Abtei St. Maximin in Trier rechnen zu den ersten Klöstern in der westlichen Welt.
Das älteste noch bestehende christliche Kloster ist das Kloster Mor Gabriel in Tur Abdin in der Türkei. Es wurde 397, also vor über 1600 Jahren, von Samuel und seinem Schüler Simon ins Leben gerufen.
In den westlichen Ländern ist ein Kloster im Normalfall einem Orden, d.h. einer Ordensgemeinschaft angegliedert. Die Regeln des Ordens bestimmen das Leben der Mönche oder Nonnen, die in dem Kloster leben. Das Leben im Kloster wird als monastische Lebensform bezeichnet. Monastische Orden, die nur in Klöstern leben sind die Zisterzienser, die Kartäuser und Benediktiner. Die Benediktiner stellen die Ordensgemeinschaft mit den meisten Mitgliedern. Andere Orden, etwa die Dominikaner, die Franziskaner, Kapuziner, Dehonianer und Prämonstratenser leben zwar auch in Klöstern, aber nicht ausschließlich.Grundlage für das Klosterleben der westlichen Orden seit Ende der Spätantike bzw. des frühen Mittelalters ist die Regula Benedicti, die Benedikt von Nursia in seinem 529 gegründeten Kloster Montecassino entwickelte. Viele westliche Klöster übernahmen diesen Kodex. Die Klöster der früheren Zeit hatten neben den religiösen Zielsetzungen auch weltliche Aufgaben. Sie erhielten oder erschufen handwerkliche und landwirtschaftliche Künste, betrieben Forschung und sammelten Wissen in den Klostenbibliotheken. Die Klöster waren auf Selbstversorgung ausgerichtet und betrieben Landwirtschaft und Handwerk.Die Klöster konnten aus diesem Grund auch Eckpfeiler zur Missionierung im Norden und Osten des europäisichen Festlandes werden.
Viele abendländische Klöster richteten ihre baulichen Grundlagen nach dem St. Galler Klosterplan aus.
Das Refektorium ist der Ort im Kloster, in dem die Mahlzeiten im Kloster eingenommen werden. Das Wort Refektorium leitet sich vom lateinischen Wort refectio ab, was Wiederherstellung, Labung, Erholung bedeutet. Die Einnahme dier Mahlzeiten im Kloster gehört zum Leben im Kloster. Die Mönche oder Nonnen nehmen ihre Mahlzeit schweigend ein. Im Mittelalter war es üblich, einen Mönch, der das Schweigen brach, zu bestrafen. Die Strafe konnte der Entzug von Essen oder Getränk oder auch eine körperliche Züchtigung sein. Ein Mönch oder eine Nonne liest beim Essen von einem leicht erhöhten Sitzplatz aus vor, nicht unbedingt religiöse Texte; in der heutigen Zeit wird auch aus der Zeitung vorgelesen. In manche Orden werden die Mahlzeiten nicht gemeinsam eingenommen. Bei den Kartäusern beispielsweise isst jedes Klostermitglied in seiner Zelle für sich. Lediglich am Sonntag speist man gemeinsam im Refektorium. Je nach Kloster und Orden werden die Mahlzeiten dreimal oder auch nur zweimal am Tag eingenommen. Die Zisterzienser im Mittelalter aßen zur Winterzeit nur einmal am Tag. In der Fastenzeit fand dieses Mahl abends statt.
Zu den Mahlzeiten werden Getränke gereicht: Wasser, Wein oder auch Bier.
In der früheren Zeit aß man unter der Woche nur Geflügel als Fleisch, nur zu den Festtagen gab es Fleisch von vierfüßigen Tieren, es sei denn, man war krank. Fisch aß man nur in der Fastenzeit.