
Geschichte Remscheids
Schon im 12. Jahrhundert wurde Remscheid urkundlich erwähnt. Graf Engelbert I. von Berg (Lebensdaten: *1151 - 1189) schenkte den Johannitern zwischen 1173 und 1189 Kirche und Frohnhof zu Remscheid. Bereits zu Beginn des 12. Jahrhundert besaß das adelige Frauenstift Essen Land in der Nähe des zum Frohnhof Remscheid gehörenden Hofes "Hoddinbeke" (Haddenbach), den späteren Hof "ten Rode" (Rath).
Weitere Nennungen folgen 1217 (Remissgeyd), 1308 (Renscheyt), 1312 (Rymschyt), um 1350 (Rembscheidt), 1351 (Rymscheid), 1400 (Reymsceit), 1402 (Reymscheit), 1405 und 1407 (Rympscheit), 1413 (Remscheyt), 1441 (Remscheit und Remschett), 1487 (Reymscheyd) und 1639 (Rembscheid). Ursprünglich war von einem „Hohen Wald“ zwischen Eschbach und Morsbach die Rede. Die Endsilbe „scheid“ bezeichnet einen Höhenkamm oder eine Wasserscheide.
Das bergische Land eignete sich nicht gut für die Gründung von Städten. Bergkulissen und Talfalten setzten einer geschlossenen Bebauung fast unüberwindliche Hindernisse in den Weg. Im Gegensatz zu den Städten, die aus einer geschlossenen Ansiedlung entstanden sind (ummauerte Städte), ist Remscheid dadurch entstanden, dass Gehöfte und Honschaften nach und nach zu einer Einheit zusammenwuchsen. Sozusagen als Ersatz für diese Bebauungshindernisse bot die Natur Schätze an, mit denen man etwas "anstellen" konnte: Holz, Eisenerz und Wasserkraft. Sie schufen die Grundlage für die Entfaltung eines eigenständig blühenden Eisengewerbes.
Machen wir aus jenen Anfängen einen Sprung über Jahrhunderte hinweg und verweilen beim bedeutsamen Jahr 1808: Remscheid wird Stadt - Anlass zum Jubel für 6.135 Einwohner.
Das Eingemeindungsgesetz von 1929 brachte für Remscheid bedeutende Zugewinne, machte aus der Stadt Remscheid eine Großstadt und aus den Städten Lüttringhausen und Lennep Stadtteile Remscheids. Einer der beiden Stadtteile - Lennep - hatte im Jahr 1980 einen besonderen Geburtstag: "750 Jahre Lennep" (Lennep wurden um 1230 die Stadtrechte verliehen).
Bei der zweiten Kommunalen Neugliederung 1975 wurde Bergisch Born nach Remscheid eingemeindet.
Im Jahr 1986 wurde in der Innenstadt zwischen Alleestraße und Konrad-Adenauer-Straße das Allee-Center eröffnet. Es besaß zu Beginn eine Verkaufsfläche von 21.000 Quadratmetern mit 65 Geschäften.
Remscheid geriet im Jahre 1988 in die Schlagzeilen, als am 8. Dezember ein US-amerikanischer Kampfbomber vom Typ A-10 Thunderbolt II in der Stockder Straße abstürzte.
1998 bewarb sich die Stadt Remscheid mit ihren Nachbarstädten Wuppertal und Solingen für die Regionale 2006, welche dann 1999 vom Landeskabinett an das Bergische Städtedreieck vergeben wurde. In Remscheid wurden in diesem Rahmen verschiedene Projekte fertiggestellt, die zur Stadtentwicklung beitrugen, wie zum Beispiel die Werkzeugtrasse oder der Ersatz des Hauptbahnhofs.
Im Dezember 2005 werden im Stadtgebiet die ersten Stolpersteine durch Gunter Demnig verlegt. Bei diesen 10 cm langen Steinen handelt es sich um kleine Messingplatten im Straßenpflaster, die an die Opfer der Judenvernichtung und der politischen Verfolgung im Nationalsozialismus erinnern.
Quelle: Remscheider Stadtarchiv