Heiligen Legenden

St. Florian

Da Florian sich unter anderem weigerte, den römischen Göttern zu opfern, wurde er zunächst vom Dienst suspendiert und mit Ehr- und Pensionsverlust in die Verbannung ins heutige Sankt Pölten geschickt.

Als einer Gruppe Christen in Lauriacum, dem heutigen Lorch, der Prozess gemacht werden sollte, war Florian trotz Verbannung angereist, um ihnen zu Hilfe zu kommen. Er wurde jedoch auf den Befehl des römischen Statthalters Aquilinus verhaftet und zusammen mit seinen Glaubensgenossen zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 4. Mai 304 vollstreckt. Florian wurden, so heißt es in Schriften, mit geschärften Eisen die Schulterblätter zerschlagen, anschließend sei der Sterbende mit einem Mühlstein um den Hals in der Enns ertränkt worden.

Der Sage nach wurde seine Leiche später von Anhängern geborgen und mit einem Ochsenkarren abtransportiert. An der Stelle, an der das Zugtier stehen blieb, wurde Florian begraben. Über seinem Grab entstand später das heutige Stift Sankt Florian.

Eine weitere Überlieferung berichtet, dass zunächst niemand bereit war, die Hinrichtung an Florian zu vollziehen. Schließlich stieß ein Soldat ihn doch mit einem Mühlstein um den Hals ins Wasser; als er dem Ertrinkenden nachschauen wollte, erblindete er. Florian sei dann wieder aufgetaucht, die Leiche von den Wellen auf einen Felsen geworfen und von einem Adler mit ausgebreiteten Flügeln beschützt worden, um sie vor Schändung durch die Heiden zu bewahren. In der folgenden Nacht erschien Florian demnach Valeria, einer frommen Frau, mit der Aufforderung, ihn zu bestatten, was diese auf ihrem Landgut umgehend tat. Die Ochsen, die den Leichnam beförderten, seien vor Durst völlig ermattet, worauf auf wunderbare Weise eine Quelle entstand - der noch heute fließende "Floriansbrunnen".

 

 

St. Patrick

 

Einer Legende zufolge entzündete Patrick auf dem Hügel von Slane das Osterfeuer. Dies war jedoch verboten, solange nicht das Feuer des Irischen Hochkönigs in Tara brannte. Ein Soldatentrupp wurde beauftragt, Patrick und dessen Anhänger wegen dieser Missachtung zu töten. Das Wunder geschah: Die Christen verwandelten sich in eine Herde Rotwild und entkamen so den Soldaten, denen es unterdessen nicht gelang, Patricks Osterfeuer zu löschen. Patrick lief nicht davon, sondern ging zum Königshof und siegte in einem Wettstreit der Wundertätigkeit über die königlichen Druiden. Der König gestand dem Heiligen daraufhin das Recht zu, unbehelligt und frei in Irland zu predigen.

 

 

 

St. Columba

 

Das Holy Loch mündet von östlicher Richtung westwärts in die Firth von Clyde und ist ca. eine Meile breit und ca. zwei bis drei Meilen lang.
Der Legende nach soll der heilige Columba im 6. Jahrhundert, aus dem heiligen Land einen Kelch aus der Grabeskirche mitgebracht haben um die heidnischen Kelten zum Christentum zu bekehren.
Denn das heilige Loch soll auch eine heilige Stätte gewesen sein, wo die keltischen Druiden ihren Sonnengott verehrt haben sollen, dort durfte nicht gefischt werden und der See durfte auch nie befahren werden, denn alle Fische waren Opfergaben für Sonnengott.
Daraufhin beschloss Columba, mit einem Boot auf den See hinaus zu fahren und versenkte den Kelch.
Als die Kelten sahen, dass daraufhin nichts passierte ließen sie sich taufen.
Im Spätmittelalter wurde der Kelch von Fischern gefunden und wurde der Kathedrale von Glasgow gespendet für einen immer wehrenden guten Fischfang.
Umstritten ist aber, das es nicht sicher ist, ob es sich tatsächlich um den Kelch aus der Grabeskirche handelt, hier kann nur spekuliert werden, das es keine genauen historischen Quellen gibt.

 

 

 

St Killian

 

Der heilige Kilian (geboren um 640 in Mullagh, County Cavan, Irland, gestorben um 689 in Würzburg) war ein iro-schottischer Missionsbischof und ist der Schutzpatron der Franken. Sein Gedenktag ist der 8. Juli. Der Name Kilian kommt aus dem keltischen und bedeutet soviel wie Kirchenmann.
Er kam 686 n.Chr. mit seinen Begleitern Kolonat und Totnan nach Würzburg. Er predigte und missionierte bis ca. 689 und wurde dann gemeinsam mit seinen Begleitern ermordet. Der Legende nach wurde die Ermordung von Gailana initiiert, der Frau des fränkischen Herzogs Gozbert. Sie war die Witwe seines Bruders und ihre Heirat mit Gozbert galt daher nach christlicher Anschauung als Blutschande. Kilian drängte den getauften Herzog, die Verbindung aufzulösen. Gailana nutzte eine Abwesenheit ihres Mannes, den Bischof und seine beiden Gefährten ermorden zu lassen. Die Leichen wurden im Pferdestall der Herzogsburg (an der Stelle der heutigen Neumünsterkirche) verscharrt. Dort wurden sie im Jahr 752 gefunden und als Reliquien erhoben. Mit der Kilianslegende verbunden ist das sog. Kiliansevangeliar (M.p.th.q.1a der Universitätsbibliothek Würzburg), eine Evangelienhandschrift, die man angeblich im Grab fand.
Die Gebeine der drei Heiligen werden in einem Reliquienschrein in der Krypta der Neumünsterkirche aufbewahrt, die Schädel befinden sich in einem Schrein aus Bergkristall, der in den Altar des Kiliansdoms eingelassen ist. Während der Kiliani-Oktav (Woche um den 8. Juli, Dauer 15 Tage) wird der Schrein mit den Schädeln öffentlich ausgestellt. Zu dieser Zeit findet auch auf dem Talavera-Festplatz in Würzburg das Kiliani-Fest statt

 

 

 

Siebenschläfer

 

Der Legende zufolge waren die Siebenschläfer sieben Brüder, die als Christen verfolgt wurden, sich in einer Höhle versteckte und erst Jahrhunderte später erwachten.

Der römische Kaiser Decius (249-251) war im 3. Jh. nach Ephesus (Kleinasien) gekommen, ließ dort einen Tempel errichten und verlangte, daß der dort verehrten Gottheit gebührend geopfert werde. Maximianus, Malchus, Marcianus, Dionysius, Johannes, Serapion und Konstantinus, die späteren „Sieben Schläfer”, gehörten zur Oberschicht in Ephesus und verschenkten ihre Vermögen an Arme. Da sie Christen waren und als solche nicht opferten, fürchteten sie Bestrafung, entweder durch ihren Kaiser oder durch Gott.

Sicherheitshalber zogen sie sich auf den Berg Celion zurück und verbargen sich in einer Höhle. Reihum verkleidete sich einer von ihnen in einen Bettler und schlich sich nach Ephesus, wo er für sich und die Gefährten Nahrung und Nachricht beschaffte.

Als Malchus in die Stadt kam, erfuhr er von der Rückkehr des Kaisers. Schnell eilte er zum Versteck zurück und berichtete. Noch einmal aßen sie gemeinsam die Brote, ehe sie in Schlaf fielen. Unterdessen hatte Decius erfahren, wo und warum sich die sieben versteckt hielten. Wütend über ihren Verlust fügte Gott, daß der Kaiser den Eingang der Höhle vermauern ließ.

Nach Jahrhunderten, im Jahr 448, wurde die Mauer eingerissen, wovon die Siebenschläfer erwachten. Nichtsahnend schickten die erneut den Malchus nach Ephesus, wo der alles verändert vorfand. Da er mit alter Goldmünze zahlen wollte, ergiff man ihn. Weder er selbst noch seine Eltern kannte man mehr, kaum noch den auf der Münze abgebildeten Kaiser Decius. Man begab sich zur Klärung der Verwirrung zur Höhle. Hier fand sich neben den Erwachten noch ein Schriftstück, mit zwei silbernen Siegeln versiegelt, das die Maurer dereinst dort versteckt hatten und das nun die Wahrheit über die Siebenschläfer bewies.

Das Wunder teilte man dem Kaiser Theodosius (408-450) mit, der sogleich von Konstantinopel nach Ephesus eilte. Als er bei den Siebenschläfern angekommen war, strahlten deren Gesichter wie die Sonne. Einer von ihnen, Maximianus, wies den Kaiser auf die Wahrheit der Lehre von der Auferstehung der Toten hin: „Wie das Kind im Leib der Mutter liegt, keinen Schaden empfindet und lebt, so waren auch wir am Leben; wir lagen da, schliefen und spürten nichts.” (de Voragine 1994, 260f.) Damit verschieden die sieben.

Auf Wunsch dieser, die dem Kaiser in der folgenden Nacht erschienen waren, beließ man sie an der Stelle ihres gemeinsamen Schlafes und schmückte die Stätte mit vergoldeten Steinen.

 

 

 

Legenden des Cäsarius von Heisterbach

 

Im Dorf Leichlingen, ungefähr zwei Meilensteine von Köln, ist vor sieben Jahren geschehen, was ich erzählen will. Ein einfacher Knabe hütete dort das Vieh einer Frau. Dieser liebte den heiligen Nikolaus so sehr, daß er täglich die Hälfte seines Brotes ihm zu Ehren an die Armen verteilte. Auch rief er fortwährend im Gebet sein Erbarmen an. Da der heilige Bischof an diesem frommen Dienst Gefallen fand, erschien er ihm eines Tages auf dem Felde, in Gestalt und Kleidung eines ehrwürdigen Greises, und sagte: Lieber Knabe, führe die Herde heim. Er antwortete: Herr, es ist noch zu früh, täte ich es, so würde meine Herrin schelten. Darauf der Heilige: Tu, wie ich gesagt habe, denn heute vor Sonnenuntergang wirst du sterben. Der Knabe erschrak bei diesem Wort und fragte ihn: Herr, wer bist du? Er antwortete ihm: Ich bin der Bischof Nikolaus, zu dem du immer betest und mit dem du dein Frühstück zu teilen pflegst. Ich bin gekommen, um dich zu belohnen. Geh also nach deiner Herberge, nimm den Leib des Herrn und bereite dich, denn heute, wie gesagt, wirst du sterben. Darauf verschwand er. Als der Knabe mit den Schafen heimkam und seine Herrin fragte, warum er so früh komme, antwortete er: Ich mußte, denn vor der Nacht soll ich sterben. Darauf jene: Du faselst. Führe die Herde wieder auf die Weide, du wirst nicht sterben. Er aber legte sich gleich zu Bett und verlangte nach einem Priester. Dieser kam, und die Frau sagte zu ihm: Ich fürchte, dieser Knabe hat irgendeinen Spuk gesehen, fragt ihn sorglich, was er gesehen hat, was ihm fehlt und warum er so redet. Der Priester tat so, und der Knabe erzählte ihm das Gesicht. Er empfing aus seinen Händen das Abendmahl und starb zur vorhergesagten Stunde.

 



Die Rose

 

Im Hochaltar der ehemaligen Klosterkirche befanden sich früher im gemalten Holzschnitzwerk zwei heute nicht mehr vorhandene Rosen, die eine von weißer, die andere von roter Farbe. Von den Altenberger Rosen ist eine Legende überliefert, die in ähnlicher Form auch von anderen Klöstern oder Domen erzählt wird.
Die Altenberger Version erzählt von einem Klosterbruder, der unter großen Schmerzen im Sterben lag und zusammen mit den Mitbrüdern um Erlösung von seinen Leiden bat. Da sproßte plötzlich im Chorgestühl da, wo der Kranke während der Gebete und der Messe zu sitzen pflegte, eine weiße Rose empor - drei Stunden später war der Mönch tot. Dieses Wunder ereignete sich fortan immer, wenn ein Altenberger Mönch zum Sterben kam, und es währte so lange, bis ein junger Mönch, der das Symbol des Todes auf seinem Platz fand, sein Schicksal abzuwenden versuchte, indem er die Rose seinem alten Banknachbarn hinüberschob. Daraufhin färbte die Rose sich blutrot, und beide Mönche starben in der besagten Frist. Die Rose aber erschien nie

 

 

 

Stinkende Gebeine

 

Der berühmte Chronist und Zisterziensermönch Cäsarius von Heisterbach (um 1180 - ca. 1240) berichtet vom Kloster Altenberg, es seien einst viele Gebeine von Gefährtinnen der Hl. Ursula hierher gebracht worden, welche die Mönche sofort wuschen und dann im Kapitelsaal auf reinen Tüchern zum Trocknen auslegten. Plötzlich bemerkten die Anwesenden einen fürchterlichen Geruch, der von den Knochen herzurühren schien. Abt Goswin vermutete sogleich ein Blendwerk des Teufels, der auf diese Weise die Ehrfurcht der Mönche vor den Märtyrerreliquien zerstören wollte. Er nahm also einige Priester mit, zog ein Meßgewand an und beschwor, auf der Schwelle des Kapitelsaals stehend, im Namen Gottes, den unreinen Geist, sich zu offenbaren. Der Exorzismus hatte Erfolg: Ein großer Pferdeknochen flog vor aller Augen mitten aus den Gebeinen heraus und fiel wie vom Sturmwind getrieben außerhalb des Kapitelsaales auf einem Misthaufen nieder. Mit ihm verschwand gleichzeitig auch der Gestank, und es machte sich der feinste Wohlgeruch breit. Da pries die ganze Klostergemeinschaft Gott, der das Werk des Teufels zunichte gemacht hatte.

 

 

Quelle: Der „Dialogus Magnus Visionum Atque Miraculorum” des Cäsarius von Heisterbach

 

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